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Oft bleiben vor allem die Dinge hängen, die nicht gut liefen. Unser Blick richtet sich fast automatisch auf das, was anstrengend, unvollständig oder negativ war. Diese Übung hilft dir dabei, den Tag bewusster und vollständiger wahrzunehmen – ohne etwas zu beschönigen, aber auch ohne Wichtiges zu übersehen.
Diese Übung dauert etwa 10 Minuten und eignet sich besonders gut am Ende eines ganz normalen Tages. Nimm dir einen ruhigen Moment, am besten ohne Ablenkung.
Schritt 1 – Erste Gedanken (ca. 3 Minuten)
Schließe kurz die Augen und gehe deinen Tag gedanklich durch – vom Aufstehen bis jetzt.
Öffne dann die Augen und schreibe alles auf, was dir spontan in den Sinn kommt.
- ohne zu sortieren
- ohne zu bewerten
- ohne etwas zu verändern
Es darf chaotisch oder auch negativ gefärbt sein.
Wenn du stockst, frage dich:
„Was ist mir heute besonders hängen geblieben?“
Schritt 2 – Gegenliste (ca. 3 Minuten)
Richte deine Aufmerksamkeit jetzt bewusst in eine andere Richtung.
Schreibe auf:
- Was war heute in Ordnung?
- Was ist dir gelungen – auch im Kleinen?
- Was hat funktioniert?
Das können ganz einfache Dinge sein.
Das Normale reicht vollkommen.
Vergleiche anschließend kurz:
Wie unterscheiden sich die beiden Listen?
Welche wirkt präsenter?
Schritt 3 – Ein Moment, der bleibt (ca. 4 Minuten)
Wähle einen Punkt aus deiner zweiten Liste.
- Lies ihn dir zweimal langsam durch
- Schließe kurz die Augen
Rufe dir die Situation ins Gedächtnis:
Wo warst du? Was hast du wahrgenommen?
Bleibe für etwa 15–20 Sekunden bei diesem Moment – ohne ihn zu bewerten oder weiterzudenken.
Reflexionsfrage zum Schluss
Wenn du dein spontanes Bild vom Tag mit deiner zweiten Liste vergleichst:
Wie nah kommen sich diese beiden Perspektiven?
Und was würde sich verändern, wenn du den Dingen aus der zweiten Liste genauso viel Gewicht gibst wie deinen ersten Gedanken?



