Warum schwierige Gespräche so lange im Kopf bleiben

Hören Sie sich die KI-generierte Audioversion dieses Artikels an. (Beta)

Das Gespräch selbst hat vielleicht zehn Minuten gedauert. Zwei Stunden später ist es trotzdem noch nicht vorbei. Ein Satz kommt wieder hoch, der schärfer klang als erwartet. Man erinnert sich an eine kurze Pause, einen Gesichtsausdruck oder die eigene Antwort und fragt sich, ob sie falsch angekommen ist. Und natürlich fällt einem ausgerechnet jetzt, auf dem Heimweg oder beim Kochen, genau die Formulierung ein, die man im richtigen Moment gern gehabt hätte.

Dass wir soziale Situationen im Nachhinein noch einmal durchgehen, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Gespräche liefern uns Informationen über andere Menschen und darüber, wie wir selbst auf sie wirken. Nach einem Konflikt oder einem angespannten Austausch kann es deshalb durchaus hilfreich sein, die Situation noch einmal zu betrachten. Vielleicht fällt uns auf, dass wir jemanden unterbrochen haben, ein Punkt unklar geblieben ist oder wir beim nächsten Mal etwas früher ansprechen möchten. Schwieriger wird es, wenn das Nachdenken irgendwann nichts Neues mehr hervorbringt und trotzdem von vorne beginnt.

Gerade Gespräche bieten dafür erstaunlich viel Material. Anders als bei vielen sachlichen Problemen lässt sich im Nachhinein oft nicht überprüfen, was genau passiert ist. Wir wissen zwar, welche Worte gefallen sind, aber nicht unbedingt, was die andere Person dabei gedacht hat. Ein kurzer Blick kann Ablehnung bedeuten, Müdigkeit, Konzentration oder gar nichts Besonderes. Ein knappes „Okay“ kann genervt klingen oder einfach heißen, dass gerade wenig Zeit ist. Je wichtiger uns die Person oder das Gespräch ist, desto stärker kann der Wunsch werden, diese offenen Stellen im Nachhinein doch noch eindeutig zu machen.

Warum der Kopf das Gespräch weiterführt

In der Psychologie wird ein ähnlicher Prozess vor allem im Zusammenhang mit sozialer Angst als Post-Event Processing beschrieben. Gemeint ist ein wiederholtes Nachdenken über eine soziale Situation, nachdem sie längst vorbei ist. Im Mittelpunkt stehen dabei häufig mögliche Fehler, die eigene Wirkung auf andere oder Momente, die im Nachhinein unangenehm oder peinlich erscheinen.

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024, die fünfunddreißig Studien mit mehr als zehntausend Teilnehmenden zusammenfasste, fand einen moderaten Zusammenhang zwischen sozialer Ängstlichkeit und solchem nachträglichen Grübeln. Menschen mit stärkerer sozialer Angst beschäftigen sich im Durchschnitt also intensiver und negativer mit vergangenen sozialen Situationen. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder, der nach einem schwierigen Gespräch noch darüber nachdenkt, eine soziale Angststörung hat. Der Mechanismus ist trotzdem aufschlussreich: Je unsicherer wir sind, wie wir auf andere gewirkt haben, desto verlockender wird es, das Gespräch gedanklich noch einmal durchzugehen.

Eine klassische Studie von Louise Dannahy und Lusia Stopa zeigt, wie verzerrt diese nachträgliche Bewertung werden kann. Personen mit stärkerer sozialer Ängstlichkeit schätzten schon vor einem Gespräch ihre eigene Leistung schlechter ein und unterschätzten anschließend auch, wie gut sie tatsächlich abgeschnitten hatten. Gleichzeitig beschäftigten sie sich stärker mit dem Gespräch, nachdem es beendet war. Das Gespräch läuft im Kopf also nicht wie eine neutrale Videoaufnahme noch einmal ab. Erinnerung, Selbstkritik und Interpretation vermischen sich.

Dass der Kopf weiterarbeitet, heißt deshalb nicht automatisch, dass in dem Gespräch noch eine Lösung versteckt ist. Oft versucht er eher, Unsicherheit zu reduzieren: Habe ich mich richtig verhalten? Was denkt die andere Person jetzt über mich? Muss ich beim nächsten Mal etwas anders machen? Irgendwann lassen sich solche Fragen jedoch nicht mehr durch weiteres Nachdenken beantworten.

Wann Nachdenken hilft – und wann es sich im Kreis dreht

Ob Nachdenken hilfreich ist, lässt sich erstaunlich schlecht an seiner Dauer erkennen. Eine halbe Stunde kann zu einer klaren Erkenntnis führen, während fünf Minuten schon daraus bestehen können, dieselben drei Gedanken immer wieder neu zu drehen.

Der Psychologe Edward Watkins hat die Forschung zu wiederholtem Denken ausführlich ausgewertet. Sein Ergebnis ist differenzierter als der verbreitete Rat, negative Gedanken möglichst schnell zu stoppen. Wiederholtes Nachdenken kann durchaus hilfreich sein. Entscheidend ist unter anderem, welche Form es annimmt. Konkretes Denken bleibt näher an der Situation: Was ist passiert? Was möchte ich beim nächsten Mal anders machen? Abstraktes Grübeln rutscht dagegen leichter in allgemeine Fragen über die eigene Person oder in Probleme, auf die es keine eindeutige Antwort gibt.

Nach einem Konflikt könnte hilfreiche Reflexion beispielsweise so aussehen: „Ich habe ihn unterbrochen, bevor er seinen Punkt erklären konnte. Beim nächsten Gespräch möchte ich ihn erst ausreden lassen und dann nachfragen.“ Der Gedanke führt zu etwas, das sich tatsächlich verändern lässt.

Beim Grübeln wird aus derselben Situation schnell etwas Größeres: „Warum mache ich solche Gespräche immer kaputt? Warum kann ich nicht einfach normal reagieren? Bestimmt hält er mich jetzt für schwierig.“ Die Aufmerksamkeit wandert vom konkreten Verhalten zu einem allgemeinen Urteil über die eigene Person. Die Frage wird größer, aber nicht lösbarer.

Genau deshalb hilft auch „Denk einfach nicht mehr darüber nach“ selten weiter. Der Kopf beschäftigt sich aus einem nachvollziehbaren Grund mit wichtigen sozialen Situationen. Eine bessere Frage lautet: Bringt dieses Nachdenken gerade noch etwas Neues hervor? Verstehe ich die Situation inzwischen besser? Gibt es einen nächsten Schritt? Oder beantworte ich dieselbe Frage zum fünften Mal, obwohl seit dem letzten Durchgang keine neue Information hinzugekommen ist?

Warum die richtige Antwort immer erst später kommt

Zu den hartnäckigsten Gedanken nach einem schwierigen Gespräch gehören die Antworten, die uns erst hinterher einfallen. Im Nachhinein scheint plötzlich vollkommen klar, was man hätte sagen sollen. Im entscheidenden Moment war dieser Satz allerdings nirgends zu finden.

Das ist weniger rätselhaft, als es sich anfühlt. Während eines angespannten Gesprächs müssen wir mehrere Dinge gleichzeitig verarbeiten. Wir hören zu, versuchen Tonfall und Reaktion des Gegenübers einzuschätzen, überlegen uns eine Antwort und regulieren nebenbei die eigenen Gefühle. Vielleicht sind wir überrascht, verärgert oder nervös. Unter diesen Bedingungen entsteht nicht zwingend die eleganteste Formulierung.

Später fehlen viele dieser Anforderungen. Niemand wartet auf unsere Antwort, die emotionale Anspannung ist geringer und wir kennen bereits den weiteren Verlauf des Gesprächs. Wir können verschiedene Varianten durchspielen und in Ruhe formulieren. Natürlich fällt uns dann etwas Besseres ein. Unfair wird es, wenn wir diese nachträgliche Antwort anschließend als Maßstab dafür verwenden, wie wir im ursprünglichen Moment hätten reagieren müssen. Wir vergleichen eine spontane Reaktion unter Druck mit einer Formulierung, für die wir später beliebig viel Zeit hatten.

Ähnlich funktionieren sogenannte kontrafaktische Gedanken: „Wenn ich nur …“, „Hätte ich doch …“ oder „Warum habe ich nicht …“. Solche Überlegungen können sinnvoll sein, wenn daraus etwas Konkretes entsteht. Wer merkt, dass er beim nächsten Mal früher eine Grenze setzen oder eine Nachfrage stellen möchte, hat aus dem Gespräch etwas mitgenommen. Wenn dagegen immer wieder dieselbe alternative Version abgespielt wird, ohne dass daraus noch eine neue Erkenntnis entsteht, bleibt vor allem das unangenehme Gefühl lebendig.

Was wirklich passiert ist – und was wir daraus machen

Besonders hartnäckig wird Grübeln, wenn Beobachtung und Interpretation miteinander verschmelzen. Nehmen wir an, eine Führungskraft schaut während einer Präsentation ernst und sagt anschließend, dass sie am nächsten Tag noch einmal über einen Punkt sprechen möchte. Das ist zunächst alles, was sicher passiert ist. Im Kopf kann daraus schnell werden: „Sie war unzufrieden.“ Danach: „Die Präsentation war schlecht.“ Und irgendwann vielleicht: „Sie hält mich für inkompetent.“

Keine dieser Schlussfolgerungen ist unmöglich. Sie ist nur nicht dasselbe wie das, was tatsächlich beobachtet wurde.

Unser Gehirn muss soziale Situationen interpretieren. Ohne Vermutungen über andere Menschen könnten wir kaum miteinander umgehen. Problematisch wird es erst, wenn eine mögliche Erklärung durch häufiges Wiederholen immer mehr den Charakter einer Tatsache bekommt. Dass ein Gedanke vertraut geworden ist, macht ihn nicht automatisch wahr.

Hier kann ein wenig psychologische Distanz helfen. Forschungen von Özlem Ayduk und Ethan Kross zeigen, dass Menschen belastende Erlebnisse teilweise konstruktiver verarbeiten können, wenn sie die Situation nicht ausschließlich aus der eigenen Innenperspektive noch einmal erleben, sondern sie mit etwas Abstand betrachten. Dieses sogenannte Self-Distancing ging in Studien unter anderem mit geringerer emotionaler Reaktivität und einer günstigeren Form der Selbstreflexion einher.

Im Alltag muss daraus keine komplizierte Technik werden. Oft reicht eine einfache Frage: Was hätte ich gesehen, wenn ich dieses Gespräch zwischen zwei anderen Menschen beobachtet hätte? Welche Dinge wären eindeutig gewesen? Und an welcher Stelle müsste ich sagen: Das weiß ich nicht.

Gerade dieser zweite Teil ist wichtig. Nicht jede soziale Situation lässt sich vollständig auflösen. Vielleicht war die andere Person tatsächlich verärgert, vielleicht nicht. Wenn es wichtig ist, kann man nachfragen. Wenn sich nichts sinnvoll klären lässt, bleibt ein Rest Unsicherheit. Eine weitere Stunde Nachdenken liefert dann nicht automatisch mehr Gewissheit.

Eine kleine Übung: Was weiß ich – und was ergänze ich gerade?

Wenn dir ein Gespräch das nächste Mal im Kopf hängen bleibt, nimm dir ein paar Minuten und teile deine Gedanken in drei Bereiche.

Im ersten notierst du nur, was tatsächlich passiert ist. Beschreibe die Situation möglichst so, dass eine Kamera sie hätte aufnehmen können. Zum Beispiel: „Meine Führungskraft sagte, dass sie morgen noch einmal über den Entwurf sprechen möchte.“ Nicht: „Sie fand meinen Entwurf schlecht.“

Danach schreibst du auf, was du daraus interpretierst. Vielleicht: „Sie war enttäuscht von mir“, „Ich habe mich blamiert“ oder „Sie denkt jetzt, dass ich meinen Job nicht kann“. Es geht nicht darum, diese Gedanken sofort zu widerlegen. Zunächst reicht es, sie wieder als Vermutungen zu erkennen und nicht als gesicherte Tatsachen.

Im dritten Schritt fragst du dich, ob daraus etwas zu tun ist. Vielleicht möchtest du am nächsten Tag nachfragen, was am Entwurf konkret geändert werden soll. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass du in einem ähnlichen Gespräch früher ansprechen möchtest, wenn dir etwas unklar ist. Und vielleicht gibt es im Moment gar keinen sinnvollen nächsten Schritt.

Dann bleibt eine letzte Frage: Welche neue Information erwarte ich eigentlich, wenn ich das Gespräch jetzt noch einmal im Kopf durchgehe?

Wenn darauf keine klare Antwort kommt, hat das Nachdenken seinen Zweck möglicherweise bereits erfüllt. Das Gespräch darf unangenehm gewesen sein. Vielleicht war eine Bemerkung unglücklich, vielleicht hätte man anders reagieren können und vielleicht bleibt auch ein Rest Unsicherheit bestehen. Nicht jede offene Stelle lässt sich im Nachhinein schließen.

Manchmal besteht der sinnvollste Abschluss deshalb nicht darin, das Gespräch endlich vollständig zu verstehen, sondern zu merken, dass im Moment nichts Neues mehr herauszufinden ist.

Quellen

Edgar, E. V., Richards, A., Castagna, P. J., Bloch, M. H. & Crowley, M. J. (2024). Post-event rumination and social anxiety: a systematic review and meta-analysis. Journal of Psychiatric Research, 173, 87–97. DOI: 10.1016/j.jpsychires.2024.03.013.

Flynn, A. J. & Yoon, K. L. (2025). Post-event processing in social anxiety: A scoping review. Journal of Anxiety Disorders, 109, 102947. DOI: 10.1016/j.janxdis.2024.102947.

Dannahy, L. & Stopa, L. (2007). Post-event processing in social anxiety. Behaviour Research and Therapy, 45(6), 1207–1219. DOI: 10.1016/j.brat.2006.08.017.

Watkins, E. R. (2008). Constructive and unconstructive repetitive thought. Psychological Bulletin, 134(2), 163–206. DOI: 10.1037/0033-2909.134.2.163.

Nolen-Hoeksema, S., Wisco, B. E. & Lyubomirsky, S. (2008). Rethinking Rumination. Perspectives on Psychological Science, 3(5), 400–424. DOI: 10.1111/j.1745-6924.2008.00088.x.

Ayduk, Ö. & Kross, E. (2010). From a distance: Implications of spontaneous self-distancing for adaptive self-reflection. Journal of Personality and Social Psychology, 98(5), 809–829. DOI: 10.1037/a0019205.

Kocovski, N. L., Endler, N. S., Rector, N. A. & Flett, G. L. (2005). Ruminative coping and post-event processing in social anxiety. Behaviour Research and Therapy, 43(8), 971–984. DOI: 10.1016/j.brat.2004.06.015.

Feedback

Nutzungsbedingungen

Nutzungsbedingungen für die Nutzung der Mindvise-Plattform zur psychologischen Online-Beratung

Datum der letzten Aktualisierung: 20.05.2025

—

1. Dienstleistungsbeschreibung
Mindvise stellt eine digitale Plattform bereit, die Mitarbeitenden von Unternehmen den Zugang zu psychologischer Online-Beratung durch qualifizierte, freiberuflich arbeitende Psycholog\:innen ermöglicht. Die Psycholog\:innen handeln eigenverantwortlich und bestimmen die Inhalte der Beratungen selbstständig.

2. Qualifikation der Berater\:innen
Alle auf der Plattform tätigen Berater\:innen verfügen mindestens über ein abgeschlossenes Psychologiestudium (Master of Science oder Diplom). Ihre Eignung wird vor Aufnahme der Tätigkeit von Mindvise geprüft.

3. Vertraulichkeit
Alle Inhalte der Beratungsgespräche unterliegen der Schweigepflicht. Eine Weitergabe personenbezogener Informationen an Dritte, insbesondere an den Arbeitgeber, erfolgt nicht – außer im Falle einer ausdrücklichen Einwilligung oder gesetzlichen Verpflichtung.

4. Haftungsausschluss
Die Nutzung der Plattform erfolgt freiwillig und eigenverantwortlich. Die psychologischen Beratungen ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Mindvise übernimmt keine Haftung für direkte oder indirekte Folgen aus der Inanspruchnahme der Beratungsleistungen.

5. Verhaltenskodex
Ein respektvoller, professioneller Umgang wird vorausgesetzt. Diskriminierung, Beleidigungen oder grenzverletzendes Verhalten werden nicht toleriert. Die Berater\:innen sind berechtigt, Gespräche bei unangemessenem Verhalten abzubrechen.

6. Stornierungsbedingungen
Beratungstermine müssen mindestens 12 Stunden vor Beginn storniert werden. Bei späterer Absage können – abhängig von der Regelung des Arbeitgebers – bis zu 80 % der Gebühr als Aufwendungskosten geltend gemacht werden.

7. Einschränkungen der Nutzung
Die Nutzung ist nicht geeignet, wenn:

* Sie sich in einer akuten psychischen Krise oder Notlage befinden. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) oder die Notrufnummer 112.
* Eine schwere psychische Erkrankung vorliegt, die eine kontinuierliche fachärztliche Betreuung erfordert.
* Sie minderjährig sind und keine Zustimmung Ihrer Erziehungsberechtigten vorliegt.

Wenn Sie sich aktuell in psychotherapeutischer Behandlung befinden, empfehlen wir eine Abstimmung mit Ihrer behandelnden Fachkraft, bevor Sie die Plattform nutzen.

8. Einwilligung in die Datenverarbeitung
Mit der Nutzung der Plattform stimmen Sie den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung zu. Sie willigen ein, dass Ihre freiwillig übermittelten Angaben zu psychischen Belastungen durch Mindvise verarbeitet werden dürfen (einschließlich Gesundheitsdaten gemäß Art. 9 DSGVO). Diese Einwilligung ist freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden.

—

Bei Fragen oder Anliegen wenden Sie sich bitte an:
[kontakt@mindvise.de](mailto:kontakt@mindvise.de)

Datenschutzerklärung

1. Allgemeine Informationen zum Datenschutz

Vielen Dank, dass Sie unsere Dienste nutzen. Der Schutz Ihrer persönlichen Daten ist uns ein wichtiges Anliegen. Diese Datenschutzerklärung erläutert, wie wir personenbezogene Daten verarbeiten, wenn Sie unsere Dienste in Anspruch nehmen. Wir erheben nur die Daten, die zur Nutzung unserer Plattform notwendig sind, und geben diese nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weiter.

2. Verantwortlicher für die Datenverarbeitung

Verantwortlich im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Mindvise Pascal Seitz Lamprecht Str. 51 63739 Aschaffenburg, Deutschland Tel.: 01579-2526192 E-Mail: kontakt@mindvise.de Website: https://mental.mindvise.de

3. Erhebung und Nutzung personenbezogener Daten

Wir erheben nur die von Ihnen bereitgestellten Daten (Vorname, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Businesscode, Beratungsthema, zusätzliche übermittelte Informationen zum Beratungsanliegen), die bei der Buchung von Beratungsterminen übermittelt wurden. Diese Daten werden auf unserem Server für 30 Tage gespeichert und anschließend lokal für 12 Monate gesichert. Unsere freiberuflichen Berater:innen erhalten Ihre Daten, wenn ein Termin gebucht wird, und speichern diese ebenfalls lokal für maximal 12 Monate. Für Dienstleistungsvereinbarungen mit einer Begrenzung der monatlichen Beratungen pro Mitarbeitendem werden die Daten verwendet, um die Einhaltung der festgelegten Limits zu überwachen.

4. Buchung über Hotline

Alternativ zur Online-Buchung haben Sie die Möglichkeit, Termine über die oben angegebene Hotline zu buchen, um keine Daten über das Buchungssystem angeben zu müssen.

5. Freiwilligkeit der Nutzung

Die Nutzung der Beratungsangebote über die Plattform ist freiwillig. Es entstehen keine Nachteile, wenn Sie das Angebot nicht in Anspruch nehmen möchten.

6. Rechtsgrundlage der Verarbeitung

Die Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt auf folgenden rechtlichen Grundlagen:
  • Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO): Ihre freiwillige Einwilligung bei der Bereitstellung der Daten zur Buchung von Terminen.
  • Erfüllung eines Vertrags (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO): Verarbeitung der Daten zur Bereitstellung unserer Dienstleistungen.
  • Wahrung berechtigter Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO): Die Datenverarbeitung erfolgt im Interesse eines reibungslosen Betriebs unserer Dienstleistungen, sofern keine schutzwürdigen Interessen der betroffenen Person überwiegen.

7. Verarbeitung besonderer Datenkategorien

Im Rahmen der Beratung können Angaben verarbeitet werden, die Rückschlüsse auf Ihre psychische Gesundheit zulassen (z. B. durch Freitextangaben zu Belastungen oder Anliegen). Diese Daten gelten als besondere Kategorien personenbezogener Daten im Sinne von Art. 9 DSGVO. Die Verarbeitung erfolgt ausschließlich mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung gemäß Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO. Diese Einwilligung ist freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden.

8. Videokommunikation

Für Videokommunikation empfehlen wir die Nutzung von Jitsi Meet auf unserem Server unter https://meet.mindvise.de. Berater:innen können frei entscheiden, ob sie diesen Server nutzen oder eine alternative Plattform wählen, welche Ihnen im Vorfeld per E-Mail mitgeteilt wird. In diesem Fall gelten die Datenschutzbestimmungen des jeweils gewählten Anbieters. Möchten Sie keinen alternativen Anbieter als Videokommunikationswerkzeug nutzen, können Sie dies durch vorherige Mitteilung per E-Mail an den gewählten Berater kommunizieren. Bei der Nutzung der von Mindvise-gehosteten Jitsi-Meet-Instanz können personenbezogene Daten wie IP-Adressen erhoben werden. Diese Daten werden ausschließlich zur Ermöglichung der Kommunikation verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

9. Mental Health Assistent (ChatGPT API)

Bei Nutzung des digitalen Mental Health Assistenten können Ihre freiwilligen Freitexteingaben zur Verarbeitung an die OpenAI API übermittelt werden. Die Verarbeitung erfolgt pseudonymisiert (ohne direkte Namens- oder Identitätszuordnung) und ausschließlich zur Bereitstellung der Assistenzfunktion. Die Übermittlung ist durch den Abschluss von Standardvertragsklauseln gemäß Art. 46 DSGVO sowie die Teilnahme von OpenAI am EU-U.S. Data Privacy Framework abgesichert.

10. Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)

Um den Schutz Ihrer Daten sicherzustellen, haben wir folgende Maßnahmen implementiert:
  • Zutrittskontrolle: Die Server werden von ISO-zertifizierten Anbietern (Netcup, Alfahosting) bereitgestellt.
  • Zugangskontrolle: Zugriff erfolgt nur durch passwortgeschützte Systeme mit strikten Passwortrichtlinien.
  • Verschlüsselung und Datensicherung: Alle Datenübertragungen sind SSL-verschlüsselt. Daten werden alle 30 Tage gelöscht und lokal gesichert.
  • Weitergabekontrolle: Verschlüsselte Kommunikationswege (E-Mail, SSL) werden genutzt.
  • Trennungskontrolle: Logische Trennung von Test- und Produktionsdaten.
  • Integritätskontrolle: Regelmäßige Backups und Versionskontrollen sichern die Datenintegrität.
  • Rollen- und Rechte-System: Administrativer Zugriff ist eingeschränkt; es erfolgt kein Zugriff auf personenbezogene Inhalte.

11. Rechte der betroffenen Personen

Sie haben das Recht, jederzeit Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten zu verlangen sowie die Berichtigung, Löschung oder Einschränkung der Verarbeitung dieser Daten zu fordern. Darüber hinaus steht Ihnen das Recht auf Datenübertragbarkeit und Widerspruch zu. Sie können Ihre Einwilligung zur Verarbeitung personenbezogener Daten jederzeit widerrufen.

12. Recht auf Löschung („Recht auf Vergessenwerden“)

Sie haben das Recht, die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen, wenn:
  • die Daten für den ursprünglichen Zweck nicht mehr erforderlich sind;
  • Sie Ihre Einwilligung widerrufen und keine andere Rechtsgrundlage zur Verarbeitung besteht;
  • Sie Widerspruch gegen die Verarbeitung einlegen und keine vorrangigen berechtigten Gründe vorliegen;
  • die Daten unrechtmäßig verarbeitet wurden;
  • die Löschung zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich ist.

13. Recht auf Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde

Sollten Sie der Ansicht sein, dass die Verarbeitung Ihrer Daten gegen die DSGVO verstößt, haben Sie das Recht, sich bei der zuständigen Datenschutzbehörde zu beschweren: Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz Postfach 22 12 19, 80502 München E-Mail: poststelle@datenschutz-bayern.de

14. Dauer der Datenspeicherung

Personenbezogene Daten werden für maximal 30 Tage auf unserem Server gespeichert. Nach Ablauf dieses Zeitraums werden die Daten gelöscht und lokal gesichert. Freiberufliche Berater:innen speichern die Daten lokal für bis zu 12 Monate und löschen sie danach endgültig.

15. Datenübermittlung an Dritte und Drittstaaten

Wir geben personenbezogene Daten nicht ohne Ihre Einwilligung an Dritte weiter. Eine Übermittlung personenbezogener Daten in Drittländer erfolgt nur im Rahmen der Nutzung des Mental Health Assistenten. In diesem Fall ist die Übermittlung durch die Teilnahme von OpenAI am EU-U.S. Data Privacy Framework sowie durch Standardvertragsklauseln (SCCs) gemäß Art. 46 DSGVO abgesichert.

16. Cookies und ähnliche Technologien

Wir verwenden auf unserer Website ausschließlich technisch notwendige Cookies, um Ihnen eine optimale Nutzung unserer Dienste zu ermöglichen. Analytische oder Marketing-Cookies werden nicht eingesetzt.

17. Automatisierte Entscheidungsfindung einschließlich Profiling

Es findet keine automatisierte Entscheidungsfindung oder Profiling im Sinne von Art. 22 DSGVO statt.

18. Weiterverarbeitung für andere Zwecke

Eine Weiterverarbeitung der erhobenen personenbezogenen Daten für andere Zwecke ist nicht geplant. Sollte dies in Zukunft notwendig werden, werden Sie vor einer solchen Weiterverarbeitung entsprechend informiert.

19. Zeitpunkt der Bereitstellung der Informationen

Diese Informationen werden Ihnen spätestens zum Zeitpunkt der Datenerhebung und innerhalb eines Monats nach Erhebung der Daten bereitgestellt.

20. Anpassungen dieser Datenschutzerklärung

Wir behalten uns vor, diese Datenschutzerklärung bei Bedarf anzupassen, um rechtlichen Anforderungen zu entsprechen oder Änderungen unserer Dienstleistungen zu berücksichtigen.