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Diese Übung hilft dir, Ordnung in das innere Jahresende zu bringen, indem du sichtbar machst, was dich noch belastet und was im neuen Jahr stärker werden soll.
Sie funktioniert besonders gut, weil unser Gehirn klarer denkt, wenn es Dinge räumlich sortieren kann.
Du brauchst nur ein paar Zettel oder eine digitale Notiz.
Die Anzahl ist offen – schreib so viel, wie du wirklich brauchst.
Schritt 1: Alles, was du loslassen möchtest
Schreibe auf einzelne Zettel oder in eine linke Spalte alles, was du im neuen Jahr nicht mehr mitnehmen möchtest.
Das dürfen Wörter, kurze Sätze oder ganze Gedanken sein.
Beispiele:
• „Der Wunsch, es allen recht zu machen.“
• „Mein reflexhaftes Ja-Sagen.“
• „Der Druck, immer produktiv sein zu müssen.“
• „Überlastete Wochen ohne Pausen.“
• „Die Gewohnheit, mich mit anderen zu messen.“
• „Unrealistische Erwartungen an mich selbst.“
Wichtig: Schreib intuitiv.
Es muss nicht vollständig sein, nur ehrlich.
Schritt 2: Alles, das mehr Raum bekommen darf
In einer zweiten Spalte oder auf einem eigenen Stapel notierst du nun Dinge, die du im neuen Jahr stärken möchtest – nicht als Vorsätze, sondern als Bedürfnisse, die du spürst.
Auch hier: Wörter, Sätze, Gedanken – alles ist erlaubt.
Beispiele:
• „Zeitpuffer, die mir Luft geben.“
• „Beziehungen, die sich leicht anfühlen.“
• „Routinen, die mich stützen, statt zu stressen.“
• „Momente, in denen ich Entscheidungen in Ruhe treffe.“
• „Kreativität und Freude am Ausprobieren.“
• „Bewegung, die mir Energie schenkt.“
Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, deine innere Richtung sichtbar zu machen.
Schritt 3: Paare bilden – das Herzstück der Übung
Stelle nun die beiden Bereiche einander gegenüber:
Welchen „Loslassen“-Eintrag könntest du mit einem „Mehr-davon“-Eintrag verbinden?
Beispiele:
„Überlastete Wochen“ ↔ „Routinen, die mir Pausen geben“
„Anderen alles recht machen“ ↔ „Beziehungen, die sich leicht anfühlen“
„Selbstkritische Gedanken“ ↔ „freundlichere innere Sprache“
„Vergleichen mit anderen“ ↔ „eigene Fortschritte würdigen“
Diese Paare zeigen dir automatisch, wo eine echte Veränderung beginnt – nämlich dort, wo Entlastung und Stärkung zusammengehören.
Schritt 4: Eine klärende Frage pro Paar
Nimm dir ein Paar heraus, das dich besonders anspricht, und stelle dir eine einzige Frage dazu:
„Was kann ich konkret tun, damit das, was mir guttut, natürlicherweise mehr Platz bekommt – und das Belastende gleichzeitig weniger Raum einnimmt?“
Diese Frage lenkt den Fokus weg vom „Ich muss loslassen“ hin zu „Ich stärke das, was hilft“ – eine Haltung, die psychologisch deutlich nachhaltiger wirkt.
Schritt 5: Deine persönliche Formulierung für den Start ins neue Jahr
Formuliere aus deinem gewählten Paar einen einfachen, kraftvollen Satz, der dich leitet, nicht belastet.
Zum Beispiel:
• „Ich plane ruhiger und gebe meinen Wochen wieder Struktur mit Luft.“
• „Ich investiere mehr in Menschen, bei denen ich ich sein kann.“
• „Ich treffe Entscheidungen langsamer und bewusster.“
• „Ich schenke meinen Bedürfnissen denselben Respekt wie den Erwartungen anderer.“
Dieser Satz ist kein Vorsatz.
Er ist ein Kompass.



